SMPA Annual Report 2003
Liebe Kolleginnen und Kollegen
Noch hat die SMPA ihren ersten Geburtstag nicht erreicht - ein klassischer Jahresbericht erübrigt sich somit und ich möchte meinen Bericht auf ein paar Gedanken zum MD-PhD sowie zur SMPA beschränken.
Vor genau einer Woche nahm ich an der Bench-to-Bedside Tagung der Basler Neuroscience Community teil. Dies ist ein Anlass der Begegung von Klinikern und Grundlagenforschern. Die wissenschaftliche Leistungsschau war von beiden Parteien eindrücklich und der einzige augenfällige Unterschied, der die Tagungsgesellschaft teilte, bildete die Kleidung. Die Kliniker erschienen allesamt in Anzug mit Kravatte, die Naturwissenschafter meist in T-shirt oder offenem Hemd. Es liessen sich also zwei primär “offensichtlich” verschiedene Kulturen erkennen, welche doch so ähnliche Resultate hervorbrachten. Wo soll sich da der MD-PhDler, die MD-PhDlerin einreihen? gibt es schon entsprechende Selbstverständlichkeiten innerhalb der MD-PhD Gemeinde?
Wenn ich jetzt hier in die Runden blicke, so scheint mir ein gemeinsamer MD-PhD Dress-code, womit ich vielmehr auch eine gemeinsame Identität der MD-PhDler? meine, nicht nur im Entstehen begriffen, sondern bereits erkennbar. Ich bin zuversichtlich, dass wir aufgrund der stetig steigenden Zahl an MD-PhD-Kolleginnen und Kollegen mittelfristig diese Identiät auch vermehrt im klinischen und im Laboralltag perceptieren koennen. Ich bin überzeugt, dass unter anderem auch dadurch der Uebergang weiterer MD-PhD Kollegen vom Labor in eine klinische Tätigkeit erleichtert werden kann. Wenn der MD-PhDler nicht mehr als exotischer, dem Labor entstammender Einzelkämpfer in die Klinik “eindringt”, sondern als Teil einer sowohl der “rein naturwissenschaftlichen” als auch der “klinischen” Tradtion verwandten und doch eigenständigen Kultur wahrgenommen werden wird, mögen Miss-/resp. Unverständnis im Klinikumfeld seltener werden. Der MD-PhD sollte dabei aber weder dem Zwang verfallen, ein “besserer Kliniker” als die reinen MDs und dafür gleich neidbehaftet zu sein, noch sich im Labor als “spät entwickelter, doch-nicht-Vollblut-Wissenschafter” verdächtigen lassen müssen. Vielmehr sollte erkennbar werden, dass er sich seiner schicksalshaften Affinität zu den Lebenswissenschaften preisgibt!
Die Vernetzung dieser “leidenschaftlichen” MD-PhDs und die Schaffung einer Plattform für den gemeinsamen Austausch sind Hauptziele der SMPA und Anlass zur aktuellen Tagung. Die Vernetzung der MD-PhDler untereinander soll in keiner Weise ausschliessenden Character gegenüber unseren reinen MD und PhD-Partner haben. Ein in der SMPA vermitteltes Zusammen-gehörigkeitsgefühl soll nicht primär der Exklusion anderer Gruppierungen entspringen, sondern per se vielmehr auch Raum zur Integration interessierter Partner schaffen. In diesem Sinne steht eine ausserordentliche SMPA Mitgliedschaft sowohl in der Grundlagenforschung tätgigen Medizinern als auch in der medizinischen Forschung tätigen Biologen offen.
Ein weiteres wichtiges Ziel sieht die SMPA in der Nachwuchsförderung. Mit dem Aufbau einer SMPA Website konnte nicht nur der Public Relation im allgemeinen Rechnung getragen werden, sondern auch viele für potenielle MD-PhD-Curriculum-Interessenten relevante Informationen konnten übersichtlich zugänglich gemacht werden. Die neu eingesetzten lokalen SMPA-Ansprechspartner für “nachwachsende” MD-PhD Studenten wurden bereits mehrfach konsultiert.
Die mittelfristigen Ziele der SMPA umfassen eine Annäherung an andere Fachgesellschaften und an die FMH sowie die Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen für unsere Mitglieder.
Mit diesem bescheidenen Outlook habe ich nun meine Zeitlimite bereits überschritten und ich möchte, in der Hoffnung auf ein kreatives und fruchtbares erstes Vereinsjahr, schliessen.
David Winkler
Basel, 20.9.2003